Selbstbewusstsein

Diese Zeilen werden vom Selbstbewusstsein handeln; davon, was das ist, und nicht minder davon, was es nicht ist. Wir wollen uns damit beschäftigen, warum gerade ein/e Unternehmer/in selbstbewusst sein muss, und natürlich auch damit, wie du Selbstbewusstsein aufbauen, erlangen, dir erarbeiten kannst.

Auch wenn die Frage nach dem „Was“ immer die erste ist, die einen anspringt, will ich mit dem „Warum“ beginnen. Denn ohne einen starken Beweggrund wird jede Beschäftigung mit was auch immer stets ins Leere laufen.

Also warum ist es für dich wichtig, selbstbewusst zu sein – insbesondere jetzt, da du ein Unternehmen gründest? Klar ist dir natürlich längst, dass du beständig überzeugend sein musst. Du willst Gelder, egal ob von Banken oder Investoren; du musst überzeugend sein. Du willst einen Kunden gewinnen; du musst überzeugend sein. Du willst dein Team motivieren; du musst überzeugend sein.

Überzeugungskraft erwächst aus Selbstbewusstsein. Ein selbstbewusstes Auftreten wirkt überzeugend. Wirkung ist aber nicht gleich Ursache. Wer meint, es genüge, sich selbstbewusst darzustellen, überspringt essentielle Punkte. Das geht eine Weile gut, aber irgendwann bröckelt die Fassade. Und das kann echt peinlich werden. Begnüg dich nicht damit, Selbstbewusstsein vorzuspielen! Sei kein Fake!

Sich seiner selbst bewusst sein

Und jetzt möchte ich zunächst mit dir analysieren, was denn Selbstbewusstsein eigentlich ist. Denn daraus ergibt sich ganz direkt dessen Nutzen für dich und Jedermann.

Schlüsseln wir das Wort doch einfach mal auf: Selbst-bewusst-sein. Es geht also darum, sich seiner selbst bewusst zu sein. Es geht um den Blick nach innen, um die Bestandsaufnahme und Analyse deiner eigenen Person.

Um selbstbewusst zu sein, musst du wissen, wer du bist, was du kannst und was eben nicht. Warum brauchst du das? Wer einen schonungslosen und unerschrockenen Blick auf sich selbst wirft, ist in der Lage, seine Stärken zu nutzen und seine Schwächen zu überwinden. Ganz nebenbei kommt es zu einem selbstsicheren Auftreten. Denn wer die eigenen Schwächen kennt, ist weniger angreifbar.

Das nötige Standing

Selbstbewusstsein fordert eine bestimmte Haltung. Wenn deine Bestandsaufnahme vornimmst, könnte es leicht passieren, dass du es damit soweit treibst, dass du dich schließlich mit einer Tonne Schokolade und deinem Lieblingsschnaps unter der Bettdecke versteckst. Deshalb musst du noch mehr von dir fordern als nur die ungeschönte Selbstbetrachtung

Es gilt ein Standing zu verinnerlichen, das drei Glaubenssätze enthält.

  1. Der Mensch ist fehlbar.
  2. Der Mensch ist veränderlich.
  3. Ich trage die Verantwortung für mein Leben.

 

Es gibt Opfertypen und es gibt Macher. In unserer Gesellschaft ist es ziemlich o.k., Opfer zu sein. Das haben wir bereits in der Kindheit gelernt. „Der Wind hat das Fenster aufgerissen und die Vase umgeworfen.“ führt zu einem besseren Ergebnis als „Ich habe drinnen Fußball gespielt und zack.“ Wir haben gelernt, dass Verantwortung für das eigene Handeln zu Strafe führt. Es wird Zeit, erwachsen zu werden!

Nur wenn du diese drei Komponenten vereinst (Fehlbarkeit, Veränderlichkeit, Verantwortung), kannst du wirklich selbstbewusst werden. Dann kannst du deine Stärken und Schwächen annehmen und eigenverantwortlich an dir arbeiten.

Sei nicht passives Opfer deiner Umstände – Sei aktiver Macher deiner Umstände!

Die Außenansicht

Jetzt hast du deine eigene Bestandsaufnahme deines Selbst durchgeführt; ein unerlässlicher Ausgangspunkt. Du bist aber keine Insel und so sehr du auch versuchst, deine Wirkung auf andere unvoreingenommen zu beurteilen, du kannst es nicht. Wenn ich in einem Haus stehe, kann ich die einzelnen Räume noch so kritisch betrachten, die Außenansicht bleibt mir halt verwehrt. Also bitte denjenigen, der draußen steht, um Hilfe!

Hole dir möglichst viel Feedback ein! Dabei ist es ebenso wichtig, enge Vertraute um ihre Meinung zu bitten, wie solche Personen, mit denen du rein professionell Kontakt hast. Menschen, die dich gern haben, sind hilfreich, um deine Stärken zu definieren. Für deine Schwächen sind besonders diejenigen wertvoll, die dich nicht gut leiden können.

Raus aus der Komfortzone

Das bedeutet, deine Komfortzone zu verlassen. Und in der ist es bekanntlich ziemlich behaglich. Dort musst du auch nicht selbstbewusst sein. Dort wirst du auch nicht selbstbewusst werden. Also raus da!

Jedes Mal, wenn du deine Komfortzone verlässt, wirst du einen Schritt weiter vorankommen in Richtung Selbstbewusstsein. Hier stößt du an deine Grenzen, deckst so Schwächen auf. Du findest auch deine Stärken, durch die du die Situationen außerhalb deiner Komfortzone bewältigst. Und als Unternehmer/in kannst du es dir nicht leisten, Dinge aufzuschieben, die dir unlieb sind. Das holt dich ein und kann dich im Endeffekt deine Existenz kosten. Außerdem kannst du auch von deinem Team nur das fordern, was du vorlebst. Würdest du ein Aufschieben von Aufgaben dulden, die du übertragen hast?

Ein weiterer fantastischer Effekt: Mit jedem Schritt raus aus deiner Komfortzone verschiebst du deren Grenzen. Situationen, vor denen du zuvor Angst hattest, gehst du an, übst sie damit. Dein Gehirn verbucht sie unter: „Gar nicht so schlimm, Routine!“ Und schon ist der Radius der Situationen, in denen du dich wohlfühlst, wieder ein Stück größer.

Die Komfortzone zu verlassen ist eine Maßnahme, die du ergreifen kannst/musst, um deine Ziele zu erreichen. Eine andere Maßnahme kann sein, dir Vorbilder zu suchen. Schau dich nach Leuten um, die auf dich selbstbewusst wirken, denen du nacheifern möchtest. Suche jemanden, der für dich persönlich greifbar ist. Denn sein Feedback ist Gold wert.

Selbstbewusstsein als Prozess begreifen

So, du hast also Bestandsaufnahme betrieben, dein Selbstbild erarbeitet, das Fremdbild abgeglichen und implementiert. Deine Komfortzone ist ausgelotet und du überschreitest sie im Idealfall täglich.

Damit ist das Ganze nicht abgeschlossen. Denn Selbstbewusstsein erarbeiten ist eine Reise, aber selbstbewusst sein und bleiben ist ein Prozess, den man beständig fortsetzen muss.

Der Prozess:

  1. Analyse: Wer bist du?
  2. Ziele definieren: Wie möchtest du sein?
  3. Maßnahmen definieren: Was kannst du tun, um deine Ziele zu erreichen?
  4. Schritt 1-4

Behandle dich gut

Folgender Tipp steht deshalb am Schluss, weil er so wichtig ist. Sei dir nicht nur deines Geistes bewusst. Ohne Körper kein Geist! Sobald du ein gewisses Selbstbewusstsein aufgebaut hast, wirst du dich als selbstwirksam erleben und permanent wirken wollen. Gerade Unternehmer/innen laufen hier Gefahr, nur noch zu agieren und ihren Körper dabei auf der Strecke zu lassen. Ohne den läuft es aber einfach nicht.

Also gib auf dich Acht, behandle dich gut! Es braucht Entspannungsphasen, eine gescheite Ernährung und andere Dinge, die dir einfach guttun. Vielleicht ist es Sport, vielleicht bestimmte Menschen. Schaffe dir einen Ausgleich noch bevor du das Gefühl hast, dass du ihn brauchst!