Rechtsformen für Gründer

Bevor du durchstartest erfordert deine unternehmerische Absicht eine geeignete Rechtsform. In Deutschland gibt es über 30! verschiedene Rechts-, Misch- und Unterformen. Als angehender Gründer stehst du vor einem zunächst undurchsichtigen Dschungel an Möglichkeiten, der nur schwer zu durchblicken ist. Welche Rechtsform für dich relevant ist, hängt von einigen Faktoren ab, die du dir beantworten musst. Dazu musst du zunächst wissen welche Arten es von Rechtsformen gibt, und welche wesentliche Charakterzüge diese aufweisen.

Schauen wir uns mal die drei Grundformen in der nachfolgenden Tabelle etwas genauer an:

EINZELUNTERNEHMEN PERSONENGESELLSCHAFT KAPITALGESELLSCHAFT

Art

natürliche Person

natürliche Person

juristische Person

Haftung

unbeschränkt

unbeschränkt & gesamtschuldnerisch 

beschränkt

ggf. persönliche Haftung des Vorstandes / Geschäftsführers

Leitung

Inhaber

grds. jeder Gesellschafter

Vorstand, Geschäftsführer

Besteuerung Inhaber jeder Gesellschafter zahlt einzeln

Kapitalgesellschaft behandelt als Subjekt

 

Das wichtigste was du dir daraus merken sollst: Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden als natürliche Personen (Menschen) behandelt und haften unbeschränkt mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen. Dagegen sind Kapitalgesellschaften juristische Personen (rechtliche Gebilde), die  i.d.R. beschränkt mit dem Gesellschaftsvermögen haften.

Innerhalb dieser drei Formen gibt es nun mehrere Rechtsformen die in der Anfangszeit als Unternehmer/in in Frage kommen. Die gängigsten Unternehmensformen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

EINZELUNTERNEHMEN 

PERSONENGESELLSCHAFT

KAPITALGESELLSCHAFT

Kleingewerbe

GbR GmbH

e.K.

(OHG)

UG

Freiberufler

(KG)

(AG)

(GmbH & Co. KG)

(Limited)

 

Die ausgeklammerten Rechtsformen in der obigen Tabelle machen in deiner Anfangszeit aller Wahrscheinlichkeit nach wenig Sinn und werden deshalb nicht erläutert. Statistisch gesehen starten die meisten Gründer als Solo-Selbstständige, mit einem kleinen Gewerbe oder in Form eines/er eingetragenen Kaufmanns/-frau (kurz e.K.). Mehrere Gründer können auch in einer Personengesellschaft in Form einer GbR agieren. Für viele Unternehmenszwecke kommen auch Kapitalgesellschaften, wie die GmbH bzw. die UG in Betracht.

Hinweis: Um den Rahmen nicht zu sprengen, habe ich an anderer Stelle ausführlicher den Unterschied zwischen den Personen- u. Kapitalgesellschaften erklärt und beschrieben, worin sich die relevanten Rechtsformen unterscheiden. Und was es mit diesen Einzelunternehmen genau auf sich hat, erfährst du hier.

Welche dieser Rechtsformen nun für dein Unternehmen geeignet ist, hängt stark von deinem Vorhaben ab. Deshalb ist es wichtig, dass du die einzelnen Merkmale und Charaktere dieser relevanten Rechtsformen verstehst. Dadurch kannst du (schnell) die sinnvollste Rechtsform für dein Geschäftsmodell abwägen, auswählen und dabei einschätzen was auf dich zukommt.

Kriterien für die Rechtsformwahl

Anhand bestimmter Kriterien werden die relevanten Rechtsformen miteinander verglichen. Damit wirst du eine Entscheidungsgrundlage haben, die optimalste Rechtsform für dein Unternehmen auszuwählen. Dabei gehen wir folgendermaßen vor:

Die relevanten Rechtsformen werden wir anhand vier bestimmter Kriterien…

  1. Haftung
  2. Gründungsaufwand
  3. Kapitalbeschaffung
  4. Publizitätspflichten & Steuerliche Aspekte

…miteinander vergleichen, durchdiskutieren und abwägen. 

Hier geht es weiter zum ersten Kriterium Rechtsformen & Haftung.

INFO: Brauchst du mehr Informationen zu anderen den Rechtsformen, so kannst du dich bei uns melden, wir helfen dir gerne weiter! Auch erhälst du bei der IHK, Handwerkskammer und natürlich bei deinem Steuerberater oder Rechtsanwalt ausführliche Auskunft.