RECHTSFORMWAHL & PUBLIZITÄTSPFLICHTEN UND STEUERLICHE ASPEKTE

– Welche Rechtsform ist die Richtige für DEIN Unternehmen? –

Anhand bestimmter Kriterien kannst du die optimalste Rechtsform für dein Unternehmen auswählen.

Klicke hier, wenn du eine schnelle Einführung in die relevanten Rechtsformen brauchst.

Wir werden die relevanten Rechtsformen anhand vier Kriterien…

  1. Haftung
  2. Gründungsaufwand
  3. Kapitalbeschaffung
  4. Publizitätspflichten & Steuerliche Aspekte

…miteinander vergleichen, durchdiskutieren und abwägen.

4. Kriterium – Publizitätspflichten & Steuerliche Aspekte

 

Rechnungswesen

Die Basis für die Besteuerung deines Unternehmens ist das Rechnungswesen. Das Rechnungswesen spiegelt alle Einnahmen und Ausgaben deiner unternehmerischen Tätigkeit wieder. Was übrig bleibt ist der Gewinn (oder Verlust). Je nach Rechtsform wirst du für die Berechnung deines Gewinn eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) oder die Buchführung anwenden. Der Gewinn ist dann die Bemessungsgrundlage für die anfallenden Steuern der jeweiligen Rechtsformen.

Grundsätzlich gilt: Einzelunternehmen und Personengesellschaften (auch mit Handelsregistereintrag) die nicht mehr als 60.000 Euro Gewinn oder nicht mehr als 600.000 Euro Umsatz in zwei aufeinander folgenden Jahren überschreiten, können eine Einnahmen-Überschussrechnung erstellen. Liegt dein Gewinn bzw. Umsatz oberhalb dieser Werte, unterliegst du der Buchführungspflicht und musst Bilanzen erstellen. Freiberufler dürfen unabhängig dieser Grenzen immer eine EÜR abgeben.

Kapitalgesellschaften (auch GmbH & Co. KG’s) unterliegen, unabhängig von der Umsatz- bzw. Gewinnhöhe,  der Pflicht zur doppelten Buchführung. Neben der Buchführungspflicht gelten nach der Gründung weitere Veröffentlichungspflichten: Jahresabschlüsse, Meldungen über Kapitalerhöhungen oder –herabsetzungen sowie Gesellschafterwechsel sind öffentlich zu machen. Damit wird dein Unternehmen im Gegensatz zu Personengesellschaften und Einzelunternehmen ein Stück weit transparenter. Das bietet deinen Wettbewerbern doch glatt die Gelegenheit, einen Einblick in deine Zahlen zu werfen! Wenn du als Kleingewerbetreibender weniger als 17.500 Euro Umsatz erreichst, kannst du deine Gewinnermittlung formlos zur Einkommensteuererklärung einreichen.

 

Steuerliche Aspekte

Auch steuerliche Unterschiede ergeben aus der Rechtsformwahl, die für das Unternehmen mehr oder weniger attraktiv sein können. Vor einer Gründung ist es empfehlenswert den Ratschlag eines Steuerberaters einzuholen. Fehler können schnell passieren und der unangenehme Steuerbescheid vom Finanzamt dein Geschäft gefährden.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften beziehen ihr Einkommen aus dem entnommenen Gewinn und unterliegen somit der Einkommensteuer. Bei Kapitalgesellschaften wird auf den Gewinn die Körperschaftsteuer erhoben.

Als Einzelunternehmen und Personengesellschaft hast du im Hinblick auf die Gewerbesteuer einen Freibetrag von 24.500 € pro Jahr. Kapitalgesellschaften wird dieser nicht gewährt. Personengesellschaften könnten Verluste in der Anfangszeit mit anderen Einkünften verrechnen. Bei Kapitalgesellschaften wird hingegen ein Verlustvortrag gebildet, der später gegen Gewinne verrechnet werden kann.

Hier eine kurze Darstellung der wesentlichen Unterschiede:

Kleingewerbe & e.K. GbR GmbH & UG
Gewerbesteuer Betriebsinhaber Personengesellschaft Kapitalgesellschaft
Freibetrag: 24.500 € Freibetrag: 24.500 € kein Freibetrag
Steuermesszahl 3,5 % Steuermesszahl 3,5 % Steuermesszahl 3,5 %
pauschalierte Anrechnung bei der ESt pauschalierte Anrechnung bei der ESt keine Anrechnung
Einkommensteuer / Körperschaftsteuer Betriebsinhaber Jeder Gesellschafter für seinen Anteil an den gewerblichen Einkünften d. Gesellschaft Gewinn der Kapitalgesellschaft
EK-St.

14 % – 45 %

EK-St.

14 % – 45 %

KSt-Satz 15%

Bei Ausschüttung:

Abgeltungssteuer i.H.v. 25%  zzgl. Solidaritätszuschlag 5,5%

u.U. mögliche Thesaurierungsbegünstigung mit Nachversteuerung u.U. mögliche Thesaurierungsbegünstigung mit Nachversteuerung
Umsatzsteuer Betriebsinhaber Personengesellschaft Kapitalgesellschaft