Rechtsformwahl & Kapitalbeschaffung

– Welche Rechtsform ist die richtige für DEIN Unternehmen? – 

Anhand bestimmter Kriterien kannst du die optimalste Rechtsform für dein Unternehmen auswählen.

Klicke hier, wenn du eine schnelle Einführung in die relevanten Rechtsformen brauchst.

Wir werden die relevanten Rechtsformen anhand vier Kriterien…

  1. Haftung
  2. Gründungsaufwand
  3. Kapitalbeschaffung
  4. Publizitätspflichten & Steuerliche Aspekte

…miteinander vergleichen, durchdiskutieren und abwägen.

3. Kriterium Kapitalbeschaffung

Die Idee ist ausgearbeitet, dein Konzept liegt fertig auf dem Schreibtisch und den Kapitalbedarf hast du auch ausgerechnet.

Solltest du dein Vorhaben mit eigenen Mittel im Rahmen des sog. „Bootstrapping“ nicht stemmen, kannst du dich u.a. für die Aufnahme von Fremdkapital entscheiden. Typischerweise geschieht das in Form von Bankkrediten, sodass du an vorzuweisenden Sicherheiten nicht vorbei kommst. Dabei ist es unerheblich für welche Rechtsform du dich entscheidest. Auch mit einer GmbH wirst du als junges Unternehmen erst dann als kreditwürdig angesehen, wenn du als Gesellschafter persönlich dafür bürgst (und ein hohes Eigenkapital aufweisen kannst).

Bei einer Fremdfinanzierung eignen sich in der Gründungsphase folgende Formen:

– öffentliche Finanzierungsmittel

– Bankkredite

– Crowdinvesting

– partiarisches Darlehen

Entscheidest du dich (auch) für die Beschaffung von Eigenkapital, so erfolgt die Kapitalbeteiligung i.d.R. durch die Aufnahme von (neuen) Gesellschaftern.

Damit sind Beteiligungen an Einzelunternehmen nicht möglich. Sollte es zu so einem Fall kommen, würde sich nämlich dein Einzelunternehmen automatisch in eine Personengesellschaft umwandeln. Ein potentieller Investor kann aber trotzdem einem Einzelunternehmen Startkapital zur Verfügung stellen und etwas vom Gewinn erhalten. Dies könnte im Rahmen eines partiarisches Darlehen erfolgen, bei dem der Investor als Darlehensgeber fungiert und als Belohnung keine Zinsen, sondern eine Gewinn- oder Umsatzbeteiligung erhält.

Aber auch mit einer Personengesellschaft, wie die GbR, wirst du keinen potenziellen Investor begeistern können. Dies liegt einerseits darin begründet, dass Investoren dann persönlich haften würden. Und andererseits vernünftige Beteiligungen ohnehin nicht möglich sind, da nach § 719 Abs. 1 BGB ein Gesellschafter, in dem Fall der Investor, nicht über seinen Anteil an dem Gesellschaftsvermögen verfügen kann. Auch wäre der Investor nicht berechtigt, vor Beendigung des Gesellschaftsvertrages Teilung zu verlangen.

Eine andere Möglichkeit wäre einen Kommanditisten einer KG ins Boot zu holen. Dieser fungiert dann als Kapitalgeber für die Personengesellschaft, jedoch ohne Mitspracherecht. Da aber meistens Investoren ein Wörtchen mitreden und ihre Expertise einbringen möchten, ist für sie diese Form eher unattraktiv.

Wesentlich beteiligungsfreundlicher sind die Kapitalgesellschaften. In Berlin scheint bei mehr als die Hälfte aller Startups die GmbH als der Favorit (unter allen anderen Rechtsformen) gekürt zu sein. Zum einen liegt das an der Haftungsbeschränkung aller Beteiligten, zum anderen an der umfangreichen Ausgestaltungsmöglichkeit des Gesellschaftsvertrages. Dies erlaubt, fast alle individuellen Anforderungen eines Startups zu berücksichtigten.

Für eine Eigenkapitalfinanzierung in der Gründungsphase stehen vor allem folgende Möglichkeiten zur Auswahl.

– Eigene Mittel / Bootstrapping

– Business Angel

– Inkubatoren / Accelerators

– Venture Capital

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