Rechtsformwahl & Gründungsaufwand

– Welche Rechtsform ist die richtige für DEIN Unternehmen? –

Anhand bestimmter Kriterien kannst du die optimalste Rechtsform für dein Unternehmen auswählen.

Klicke hier, wenn du eine schnelle Einführung in die relevanten Rechtsformen brauchst.

Wir werden die relevanten Rechtsformen anhand vier Kriterien…

  1. Haftung
  2. Gründungsaufwand
  3. Kapitalbeschaffung
  4. Publizitätspflichten & Steuerliche Aspekte

…miteinander vergleichen, durchdiskutieren und abwägen.

2. Kriterium – Gründungsaufwand

Überlege dir zunächst, ob der gegenwärtige und zukünftige Aufwand der gewählten Rechtsform dein wirtschaftliches Vorhaben und der dazugehörigen Verantwortung rechtfertigt.

Was ich damit sagen will ist Folgendes:

Startup haben i.d.R. mangelnde Ressourcen. Als angehender Unternehmer musst du alles Mögliche tun, um dein Unternehmen mit den vorhandenen Ressourcen zu entwickeln. Die Rechtsformwahl, wie z.B. die GmbH, kann einerseits einen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen, der deine Zeit und dein Geld aufzehrt. Diese Ressourcen könntest du aber lieber für die Entwicklung deines Unternehmens aufwenden. Andrerseits „lohnt“ sich genau dieser Aufwand, um eben im Falle eines Falles eine persönliche Haftung zu vermeiden oder leichter frisches Kapital zu beschaffen.

Kosten und Aufwände der Rechtsformen:

Gründest du ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft für die du privat haftest, ist keine Mindesteinlage erforderlich. Du musst lediglich die behördlichen Gründungskosten aufbringen.

Kleingewerbe

e.K.

GbR

Gewerbeanmeldung 15 € – 50 € 15 € – 50 € 15 € – 50 € / Gesellschafter
Anmeldung IHK ca. 35 € ca. 35 ca. 35 €
IHK-Beiträge 100 € – 150 € / Jahr
Handelsregistereintragung

durch Notar

150 € – 300 €

 

– ggf. Genehmigungen u. dadurch Gebühren für erlaubnispflichtige Berufe (z.B. Gaststättenbetreiber, Handwerker, Finanzdienstleister)

– ggf. (laufende) Kontoführungsgebühren (Einrichtung empfehlenswert)

– ggf. Versicherungen

– ggf. Erstellung d. Arbeitsverträge durch d. Rechtsanwalt: 200 – 600 €

– ggf. Erstellung allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB): 250 -750 €

– ggf. Markenschutz: 200 – 800 €

– etc.

TIPP: Als Einzelunternehmer kannst du einen formlosen Befreiungsantrag für die ersten zwei Jahre stellen. Dadurch sparst du dir den Grundbetrag in Höhe von mindestens 35 €.

Bei der GmbH müsstest du als Gesellschafter 25.000 € in bar oder als Sacheinlage aufbringen.

TIPP: Zur Gründung kannst du auch nur die Hälfte, also 12.500 € einzahlen.

Bis zur vollständigen Einzahlung haftest du für die fehlende Differenz mit deinem Privatvermögen. Natürlich kannst du dann das eingezahlte Kapital für dein Business aufwenden. Kannst du das nötige Mindestkapital nicht aufbringen und willst dich aber trotzdem vor der Haftung abschirmen? Da würde dir die Unternehmergesellschaft (UG), auch Mini-GmbH genannt, entgegenkommen. Bei dieser Gesellschaftsform beträgt das Mindestkapital 1 Euro.

GmbH

UG

Stammkapital 25.000 €, mind. 12.500 € 1 € – 24.999 €
Gründungskosten (Notar, etc.) 500 € – 1000 € 400 € – 800 €
Handelsregistereintrag 150 € – 240 € 150 € – 240
IHK-Beiträge 100 € – 150 € / Jahr 100 € – 150 € / Jahr
Steuerberatungskosten bis 1000 € / Jahr bis 1000 € / Jahr

 

– ggf. noch Buchhaltungskosten

– (laufende) Kontoführungsgebühren durch die Bank

– ggf. Versicherungen

– ggf. Erstellung d. Arbeitsvertrages durch d. Rechtsanwalt: 200 – 600 €

– ggf. Erstellung allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB): 250 -750 €

– ggf. Markenschutz: 200 – 800 €

– etc.

Es reicht evtl. am Anfang als Unternehmer mit einem Einzelunternehmen, bzw. bei mehreren Personen mit einer GbR, zu starten und nach einer gewissen Zeit und Entwicklung die Rechtsform zu wechseln.

 

Hier geht es weiter zum nächsten 3. Kriterium: Rechtsformwahl & Kapitalbeschaffung