Lean Startup 

 – Laufe in die richtige Richtung –

Wir alle haben das schon mehr oder weniger erlebt. Dir ist irgendetwas aufgefallen. Vielleicht warst du unzufrieden mit einer Situation, oder hast ein Problem erkannt. Und ZACK wie aus dem nichts erscheint dir plötzlich eine Geschäftsidee vor deinem geistigen Auge. Da ist sie, die glorreiche Idee! Und so schnell die Idee aufgetaucht ist, genauso schnell verlässt sie dich wieder und schwindet  in Vergessenheit. Da war doch was? Eine Chance? Naja egal, wieder zurück zum Alltag…

Ich bin mir zu 100% sicher, dass viele Geschäftsideen aufgrund einer fehlenden, systematischen, Herangehensweise nicht realisiert werden. Die Frage die sich hier stellt ist: Wie wird aus einer Geschäftsidee ein echtes Produkt/Dienstleistung?

Und genau darum geht es hier in diesem Artikel. Wir wollen dir den einfachen geraden Weg weisen. Fangen wir an!

Hast du aktuell eine Geschäftsidee? Dann lass uns diese gemeinsam systematisch bearbeiten.

 

Schritt 1 – Konkretisiere deine Geschäftsidee

Für die Konkretisierung deiner Geschäftsidee musst du dir drei Grundfragen beantworten.

I- WAS GENAU WILLST DU MACHEN?

Nehme ein Blatt Papier in die Hand und schreibe dir mal in Ruhe auf, was du genau vorhast. Was ist deine Geschäftsidee?

 

II- WIESO WILLST DU ES MACHEN?

Hierbei geht es um das erkannte Problem. Wie bist du auf die Idee gekommen? Was ist dir aufgefallen? Wie lösen die Menschen ihr Problem bzw. ihren Bedarf aktuell? Hierbei fängst du auch schon mit einer kleinen Marktrecherche an und vergleichst ein wenig vorhandene Produkte oder Dienstleistungen.

 

III- WIE KÖNNTE DEINE LÖSUNG AUSSEHEN?

Frage dich wie die Menschen ihr Problem bzw. ihren Bedarf mit deiner Idee lösen können? Was sind dabei die Vorteile oder besser noch der Nutzen? Der Nutzen kann beispielsweise die Ersparnis von Zeit, Platz oder Geld sein.

 

Schritt 2 – Entwickle das Geschäftsmodell

 

Ist deine Geschäftsidee herausgearbeitet, musst du nun herausfinden, ob sie überhaupt realisierbar ist. Es kann ja sein, dass es beispielsweise einen Markt für Zeitreisen gibt. Jeder will Zeitreisen. Aber funktioniert das auch? Gibt es Lieferanten die bestimmte Technologien überhaupt produzieren können?

Eine gute theoretische Herangehensweise um herauszufinden, ob die Geschäftsidee überhaupt funktioniert oder nicht, ist das Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur. Mehr dazu findest du hier.

 

Es geht hierbei um die Beantwortung der Frage: WIE soll das Ganze funktionieren und WAS brauchst du dafür? Das Business Model Canvas besteht aus neun Feldern, die du schrittweise bearbeitest.

Diese neun Felder sind die wichtigsten Schlüsselfaktoren deiner Unternehmung:

  1. Das Kundensegment – Was ist die genaue Zielgruppe?
  2. Das Wertversprechen – Was bietest du an? Was ist der Nutzen?
  3. Die Kanäle – Wo kommunizierst du? Wo verkaufst du?
  4. Die Kundenbeziehung – Wie kannst du eine Kundenbeziehung aufbauen?
  5. Die Einkommensströme – Womit und wie verdienst du Geld?
  6. Die Ressourcen – Was brauchst du alles um dein Business ins Laufen zu bringen?
  7. Die Aktivitäten – Welche Tätigkeiten sind erforderlich um den Stein ins Rollen zu bringen?
  8. Die Partner – Welche Partner/Lieferanten/Dienstleister brauchst du für was?
  9. Die Ausgaben – Was sind die wichtigsten Ausgaben ohne die das Business Model nicht funktionieren kann

Sobald du diese neun Felder systematisch bearbeitet hast, bekommst du einen Gesamtüberblick über alle Komponenten, die du für die Realisierung deiner Geschäftsidee brauchst. Beachte, dass das keine einmalige Sache ist. Wenn du kontinuierlich immer wieder diese Faktoren auf Ausfallrisiken überprüfst und aktualisiert, minderst du Fehler und erhältst Alternativlösungen.

 

Schritt 3: Entwickle einen Prototypen

Jetzt fängt die praktische Forschungsreise an! Sobald dein Geschäftsmodell ausgearbeitet ist, musst du herauszufinden, ob deine Geschäftsidee für deine Zielgruppe auch wirklich interessant ist. Dafür brauchst du kein fertiges Produkt. Es reichen tatsächlich sogar schon Ideen-Skizzen und dein Geschäftsmodell aus. Nutze dein Netzwerk, frage Freunde und Bekannte und alle die dich kennen. Starte eine Facebook-Gruppe und betreibe eine kleine Marktforschung. Durch das Feedback erhältst du wichtige Erkenntnisse, die du wiederum in deine Idee einbringen und weiterentwickeln kannst. Es ist wichtig, dass du versuchst herauszufinden, was der Markt tatsächlich braucht. Feedback ist in dieser Entwicklungszeit Goldwert. Im Prinzip agierst du nach dem Lean-Startup-Prinzip (also Build-Measure-Learn) und gehst iterativ vor. Das heißt, dass neue Impulse von Außen in deine Geschäftsidee mit einfließen. Anschließend passt du alle Elemente des Business Models an deine aktualisierte Geschäftsidee an. In diesem Kreislauf nimmt deine Geschäftsidee langsam die Form an, die tatsächlich nachgefragt wird. Die ersten Prototypen entstehen und werden wieder verworfen, solange bis du ein Product-Market-Fit erreicht hast. Wichtig ist, dass du Prototypen so einfach wie möglich hältst, im Sinne eines Minimum Viable Products (kurz MVP). In diesem Prozess passt sich deine ursprüngliche Geschäftsidee dem tatsächlichen Bedarf deiner Zielgruppe an. Was passieren wird, ist, dass du ein evtl. anderes aber brauchbares Produkt für den Markt entwickelt hast.