Gesellschaftsformen

Mit einer Gesellschaftsform wird eine Rechtsform beschrieben, die i.d.R. von mind. zwei Personen gegründet worden ist, um einen gemeinsamen Zweck zu erfüllen. Während also der Einzelunternehmer den unternehmerischen Weg alleine bestreitet, bist du mit einer Gesellschaftsform i.d.R. gemeinsamen in einem Team unterwegs. Verschiedene Gesellschaftsformen werden deshalb benötigt, weil sie nicht nur Rechte und Pflichten gegenüber den Kunden, Lieferanten und dem Staat, sondern auch die Rechte und Pflichten innerhalb der Gesellschaft regelt.

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einer Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft. Schauen wir uns mal die unterschiedlichen Gesellschaftsformen etwas genauer an.

Personengesellschaften

Was ist eine Personengesellschaft?

Eine Personengesellschaft besteht aus mindestens zwei natürlichen (oder juristischen) Personen, die sich in Form einer Gesellschaft zusammenschließen, um einen bestimmten Unternehmenszweck zu verwirklichen. Im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft haften ihre Gesellschafter persönlich und unbeschränkt mit dem Geschäfts- und Privatvermögen.

Des Weiteren ist die Personengesellschaft keine juristische Person. Sie hat also keine rechtliche Selbstständigkeit. Dennoch kann sie eingeschränkt gewisse selbstständige Rechte und Pflichten haben. Im Rahmen der Gründung einer Personengesellschaft muss keine Kapitaleinlage geleistet werden. Darüber hinaus sind die Anteile, welche die Gesellschafter an der Gesellschaft halten, i.d.R. nicht übertragbar.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (kurz GbR)

Die bekannteste Form einer Personengesellschaft ist die GbR oder auch BGB-Gesellschaft genannt. BGB-Gesellschaft wird sie auch deshalb genannt, weil für sie nur das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) Anwendung findet (rechtliche Grundlagen siehe §§ 705 ff. BGB). Im Umkehrschluss heißt das, dass die GbR kein Handelsgewerbe nach dem Handelsgesetzbuch ist, weil die Gesellschafter keine (Ist-)Kaufleute sind. Damit führst du mit deinen Gesellschaftern im rechtlichen Sinne auch keine “Firma” und musst dich nicht an den Rechten und Pflichten des Handelsgesetzbuches (HGB) halten.

Die GbR ist vereinfacht gesagt ein Zusammenschluss aus mehreren Kleingewerbetreibenden oder eben Freiberuflern (z.B. Gemeinschaftspraxen, Ingenieurbüros). Wobei letztere aufpassen müssen nicht gewerblich tätig zu werden, da ansonsten die Gewerbesteuer fällig wird. (Mehr über die freien Berufe findest du hier)

Die Rechtsform „GbR“ ist für einige Gründer deshalb so attraktiv, weil sie eben formfrei und zu geringen Kosten gegründet werden kann! Mehr zu den Gründungsaufwänden einzelner Rechtsformen erfährst du hier.

Wichtig zu wissen: In der GbR sind alle Gesellschafter gleichberechtigt. Daher ist es ratsam einzelne Beschlüsse in einem Gesellschaftsvertrag zu regeln. Eine GbR muss nicht notariell beurkundet werden.

Sobald aber diese Personengesellschaft (GbR) einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert muss sie in eine offene Handelsgesellschaft (kurz OHG) umfirmiert werden. Die OHG besteht im Gegensatz zu der GbR aus Kaufleuten, die im Handelsregister eingetragen sind und ein Handelsgewerbe nach dem HGB führen. (Rechte und Pflichten eines Handelsgewerbes). Sollte dein Unternehmen bei einer gewissen Größe das Stadium eines Handelsgewerbes bzw. OHG erlangt haben, so ist es ohnehin empfehlenswert über eine andere Rechtsform nachzudenken, die nicht zwangsläufig eine OHG sein muss. Mit nur 0,45 % (Statistisches Bundesamt 2016) ist die OHG aus der Mode gekommen. Der Grund dafür ist die fehlende Abschirmung der persönlichen Haftung aller Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Kapitalgesellschaften

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Auch Kapitalgesellschaften werden i.d.R. aus dem Zusammenschluss mehrerer Personen zur Realisierung eines Unternehmenszwecks gebildet. Im Gegensatz zu Personengesellschaften kann die Kapitalgesellschaft aber auch von nur einer  Person gegründet und geführt werden. Das wesentliche Merkmal von Kapitalgesellschaften ist jedoch die Haftungsbeschränkung durch die Kapitaleinlage.  Für die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist demnach eine Kapitaleinlage zwingend vorgesehen. Die Höhe der Kapitaleinlage variiert je nach Gesellschaftsform zwischen 1€ und 50.000€. Des Weiteren ist die Kapitalgesellschaft im Unterschied zur Personengesellschaft eine selbständige juristische Person.

Was heißt das genau? Kapitalgesellschaften werden als selbständig teilnehmende Subjekte im Wirtschaftsleben behandelt. Sie können somit Träger von Rechten und Pflichten sein, Vermögen besitzen und unter dem Firmennamen klagen und verklagt werden.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz GmbH) & Unternehmergesellschaft (kurz UG)

Die Rechtsform GmbH ist eine juristische Person und wird als selbständiges Subjekt mit Rechten und Pflichten behandelt. Da sie aber (logischerweise) nicht selbstständig handeln kann, wird sie durch ihre Geschäftsführer vertreten. Organe der GmbH sind demnach der Geschäftsführer, die Gesellschafterversammlung und unter Umständen der Aufsichtsrat. Die GmbH gilt zudem als Handelsgesellschaft i.S.d. HGB’s. D.h. sie ist unabhängig von ihrer unternehmerischen Absicht alleine durch ihre Rechtsform „(Form-)Kaufmann“. Damit unterliegt Sie automatisch den Bestimmungen des HGB’s und ist z.B. buchführungspflichtig.

Die GmbH liegt in Deutschland hoch im Kurs. Über 16 Prozent (ohne GmbH & Co.KG’s) aller eingetragenen Rechtsformen sind in einer GmbH firmiert!

Was macht die GmbH so attraktiv?

Die Hauptmotivation zur Gründung einer Kapitalgesellschaft liegt – wer hätte das gedacht – in der Haftungsbeschränkung. Diese Rechtsform ist demnach besonders für Startups mit skalierbaren und riskanten Geschäftsmodellen geeignet. Die Gründung einer GmbH erfordert ein Mindest-Stammkapital von 25.000 €. Das Mindest-Stammkapital von 25.000 € ist quasi der Gegenpol zur Haftungsbeschränkung der Gesellschafter, die sie sich damit erkaufen. Und natürlich dient auch die gesetzliche Aufbringung und Erhaltung des Mindestkapitals dem Schutz der Gläubiger der Gesellschaft.

Dieses kann in Geld oder geldwerten Sacheinlagen erbracht werden. Die Unternehmergesellschaft (UG) oder auch Mini-GmbH genannt, ist eine gesetzliche Vereinfachung für Gründer, die das Mindest-Stammkapital (vorerst) nicht aufbringen können, die Haftung aber trotzdem beschränken möchten. Die Gründung einer UG ist schon mit 1 € möglich, jedoch aufgrund einer vorzeitigen Insolvenzgefahr nicht empfehlenswert. Des Weiteren ist die UG zur Rücklagenbildung verpflichtet, bis zur Erreichung einer Stammeinlage von 25.000 €.

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