Fehlerkultur

– Braucht ein Start-up eine Fehlerkultur? –

 

Darf man Fehler machen? Oft wird gesagt: „Fehler machen ist schlecht! Du darfst keine Fehler machen!“ Von klein auf wird man für Fehler bestraft, ob es in der Schule ist oder später im Job. Unser System bringt uns dazu, Angst vor Fehlern zu haben. 

Ich bin der Meinung, eine Fehlerkultur ist gut und wichtig. Man kann nicht alles von Anfang an wissen und können. Wer keine Fehler macht, begeht den größten aller Fehler: Er lernt nichts Neues.

Traue dich Fehler zu machen

In unserer Gesellschaft zeigt sich meist etwas anderes. Wenn du Fehler machst, bist du schlecht, dann hast du nicht richtig geplant, du zeigst Schwäche und Unvermögen. Bei einer Gründung brauchst du den gewissen Mut, dein eigenes Ding durchzuziehen und 100 mal Dinge auszuprobieren. Und wenn du einmal etwas richtig gemacht hast, wirst du plötzlich gefeiert. Aber keiner wird dir die Versuche, die du gebraucht hast, vorhalten. Ohne Versuch kein Ergebnis. Der Weg dazwischen ist nun mal mit Fehlern verbunden. Wie sollst du sonst aus etwas lernen?

Beispielsweise ist es für dich völlig normal, das Licht anzuschalten, wenn es dunkel wird. Kannst du dir vorstellen, dass ein Mensch namens Thomas A.  Edison Tage und Nächte damit verbracht hat, die Glühbirne zu entwickeln? Und wusstest du, dass er 10.000 Versuche brauchte? Hätte er nicht aus seinen Fehlern gelernt, hätten wir wahrscheinlich bis heute kein elektrisches Licht und müssten Fackeln anzünden.  „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“ (Thomas A. Edison, der Erfinder der Glühbirne)

Du gründest völlig motiviert ein Unternehmen. Du steckst Monate lang viel Energie in dein Vorhaben. Plötzlich klappt es nicht, keiner will dein Produkt. Würdest du nach deinem ersten Scheitern weitermachen?

Entwickle eine offene Fehlerkultur

Eine produktive Fehlerkultur bedeutet, dass du dir bewusst machst, dass Fehler Erfahrungen sind und welche Fehler du machst. Fehler sind nicht per se negativ. Im Nachhinein ist man immer schlauer und weiß, wie es eben nicht geht. Anstatt einen Schuldigen zu suchen, sollte man sich nach jedem Fehler fragen, wie es dazu gekommen ist und was man hätte besser machen können. Man vergisst auch immer schnell, dass eine andere Person vielleicht genau den selben Fehler machen könnte. Also bewahre deinen Kollegen davor, indem du mit deinem Fehler offen umgehst. So schaffst du in eurem Start-up ein effektiveres offenes Arbeiten. Es ist wichtig, Fehler zu reflektieren, analysieren und daraus zu lernen.

Fehler als Lernquellen

Seien wir mal ehrlich: Wer hat im Leben bereits am Anfang alles richtig gemacht? Genau, niemand! Du solltest dir bewusst machen, dass Fehler nicht schlecht sind, solange du aus ihnen lernst.

Nachdem du die Fehler reflektiert hast, liegt es an dir, es beim nächsten Mal anders zu machen. Nicht nur du, auch andere im Unternehmen werden daraus lernen. Und nur so wird das Unternehmen wachsen. Also überlegt euch, wie ihr in eurem Start-up Fehler dokumentieren wollt und viel wichtiger den verbesserten Ansatz, der sich daraus entwickelt hat. Funktioniert das für euch am besten mit Post-its oder doch lieber face-to-face im wöchentlichen Teammeeting. Baut genau für diese Thematik ein Zeitfenster ein. Schafft Raum für Fehler und holt sie raus dem Tabu. Eine offene Fehlerkultur fördert auch das Vertrauen untereinander, man muss keine Angst haben, etwas falsch zu machen – man weiß, dass man Unterstützung erfährt.

Also ist Fehler machen erlaubt?

Wir rufen laut: UNBEDINGT! Du solltest Fehler machen! Die Angst vor Fehlern erzeugt nur Druck, der dich selbst beschränkt, und by the way viel mehr und vor allem vermeidbare Fehler zur Folge hat. Entwickle eine offene Fehlerkultur in deinem Unternehmen! Wer Fehler macht, wächst und lernt.