Diskussion Businessplan

– Die Trendwende hin zu Pitch Deck und Canvas –

Gründer auf der Suche nach Fremdkapital wissen es; ohne Businessplan kommt man an den meisten Stellen nicht weiter. Ob für einen Kredit seitens der Hausbank, eine Förderung durch die KfW oder einen Gründerzuschuss bei der Agentur für Arbeit: alle verlangen sie einen ausführlichen Businessplan von dir, der zumeist eine echte Herausforderung darstellt. Das betrifft den Inhalt und auch den Umfang.

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Für das geforderte Schriftstück können gut und gerne Monate draufgehen, in denen du ausarbeitest und immer wieder die Inhalte aktualisierst. (Die Bundesagentur für Arbeit setzt eine Ausarbeitungszeit von drei Monaten an. DREI MONATE!!!)

Denn nicht nur die Darstellung eines aussagekräftigen Geschäftsmodell, eine geniale Idee und das perfekte Team werden verlangt sondern auch deine hellseherischen Talente.  Finanz-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung sind für die nächsten drei Jahre anzustellen und sollen möglichst präzise und realistische Prognosen enthalten.

Dies gilt auch für die Betrachtung des Marktes und der Konkurrenz. Auch eine detaillierte Vertriebsstrategie darf nicht fehlen. Hier fallen ebenfalls wieder Kosten an, die vorab nur schwer eingeschätzt werden können.

So stellt sich das Ganze als echte Sisyphos-Challenge dar, weil sich bereits während des Erstellens die Inhalte verändern. Denn dein Business schläft ja nicht. Gerade in der Gründungsphase und zu Beginn deiner Geschäftstätigkeit ist das eigentlich Beständige allein der Wandel.

Zurecht gerät deine theoretische Strategie und das entworfene Geschäftsmodell auf den Prüfstand, der da Praxis heißt. In dieser turbulenten Phase 25-30 Seiten Businessplan zu erstellen, dessen Hauptkomponenten morgen umgeworfen werden können, ist ein Kraftakt, der Energie und Zeit kostet.

Ohne Frage ist eine möglichst genaue Planung für Gründer einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren und kann hier also nicht als Selbstzweck zum Erwerb von Fremdkapital gelten.

Zu einer solchen Übung verkommt jedoch das aufgeblähte, aus bürokratischen Gründen notwendige Schriftstück Businessplan, und da kann es kaum verwundern, dass die meisten erfolgreichen Gründer aktuell beschreiben, dass sie damit allein Folgendes verbinden: Verlust wertvoller Zeit und Aufwand, dessen Ergebnis schon nach wenigen Monaten hinfällig ist.

Die entscheidenden Personen überfliegen leider viele Abschnitte nur, in die du wochenlang Arbeit investiert hast. Da wird die Einleitung überflogen, die als K.O.-Kriterium angesehen werden kann. Kommt hier genug Sachverstand und Motivation rüber, folgt die Betrachtung des Zahlenwerks. Alles Weitere klärt sich dann in einem persönlichen Gespräch.

Wer es schafft, die Pflicht zur Kür zu erheben, indem er den Businessplan als Tool nutzbar macht, um sich detailliert mit seinem Geschäftsmodell zu beschäftigen, dem sei das von Herzen gegönnt.

Wir behaupten, dass es andere Wege gibt, um durch Planung strukturiert und doch dynamisch in die Gründungsphase zu starten – und an das benötigte Kapital zu kommen.

Was sind die Alternativen?

Mittlerweile gibt es mehr und mehr Investoren, denen ein geeignetes und aussagekräftiges Pitch-Deck nebst Finanzplanung genügen, um zu entscheiden, ob sich ein weiteres Gespräch lohnt.

Ohnehin musst du mit deinem Team in der Face-to-Face Situation überzeugen. Die persönliche Einstellung, das jeweilige Standing, Motivation, Sachverstand, Planungsvermögen – das sind Komponenten, die den Unterschied machen und dem Investor vermitteln, dass sein Geld gut angelegt ist, wenn er gerade auf dich und dein Team setzt. Und das erfährt er nur im persönlichen Kontakt.

Auch für ihn gilt der Grundsatz “Zeit ist Geld”. Deshalb ist der Überblick, den er in kürzester Zeit anhand eines Pitch Decks gewinnt, viel effektiver und einprägsamer als der Businessplan.

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Eine weitere Möglichkeit nicht nur zur Veranschaulichung sondern auch zum Erarbeiten deines Geschäftsmodells stellt das Business Model Canvas nach Dr. Alexander Osterwalder und Prof. Yves Pigneur dar.

Es handelt sich um ein kreatives, flexibles Tool, das du auch im Nachgang weiter verwenden kannst, um Änderungen zu planen, konkretisieren und visualisieren. (Der Businessplan dagegen ist letztlich Altpapier.)

Das Canvas besitzt zwar 9 Schlüsselfaktoren aber keine harte Finanzplanung, diese musst du bei diesem Modell noch ergänzen, damit du ein detailliertes Geschäftsmodell erarbeitest.

Schau dir hier an, was es zum Business Model Canvas zu wissen gilt!

“Plans are worthless, but planning is everything.” Eisenhower

Wie stehst du zu dem Thema? Noch heavy in love mit dem Businessplan oder schon on your way to neuen Gefilden?