Das Pitch Deck

– Mit 10+1 zum Investment –

Wenn du auf unserem Blog schon ein bisschen gestöbert hast, konntest du diesem Beitrag entnehmen, dass wir nicht die größten Verfechter des Businessplans sind. Insider wissen, dass hier einiges im Wandel ist und Investoren, sofern es sich nicht gerade um Banken oder die Agentur für Arbeit handelt, mehr und mehr von diesem unnötig aufgeblasenen und oft wenig aussagekräftigen Schriftstück abrücken.

Trotzdem braucht es natürlich eine Entscheidungsgrundlage. Der potentielle Investor ist nicht gewillt, sein Geld und insbesondere seine Zeit mit beiden Händen aus dem Fenster zu werfen. Soviel ist klar.

Er muss also vorab etwas in der Hand haben, was dich und dein Vorhaben anschaulich vorstellt. Etwas, was ihm Lust darauf macht, dich persönlich kennenzulernen.

Gerade wenn du an Venture-Capital-Gesellschaften oder Business-Angels mit einer Finanzierungsanfrage heran trittst, wirst du deshalb zumeist erstmal nach deinem Pitch Deck gefragt. Und das aus gutem Grund. Ein aussagekräftiges Pitch Deck ist deine Visitenkarte und vor allem ein Mini-Businessplan, in dem die Big Points komprimiert dargestellt sind und du dein Geschäftsmodell und dich selbst in die Waagschale wirfst.

Als Eintrittskarte zum persönlichen Gespräch funktioniert das natürlich nur dann, wenn dein Pitch Deck gut ist.

Wir wollen dich unterstützen, damit das gelingt.

Klären wir zunächst grundsätzlich Aufbau und Inhalt eines guten Pitch Decks:

  • Das Problem

Deine heißgeliebte Idee mag dir als Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte erscheinen. Wenn es keinen Need dafür gibt, hat sich die Sache schnell erledigt. Deshalb stelle an erster Stelle dar, welches Problem dein Produkt löst.

Werde ganz konkret: Wer hat das Problem? In welcher Branche? Wo liegt der Pain?

  • Die Lösung

Jetzt kommt die Folie, auf der du mit deiner Idee prahlen darfst. Bring auf den Punkt (möglichst wenig Worte, schön anschaulich mit Grafiken und Bildern), wie du das Problem aus Folie 1 löst. was kann dein Produkt besser als andere? Gibt es Gründe, warum das Produkt gerade jetzt einschlagen wird wie eine Bombe?

Einen Prototypen mitzugeben oder im Fall einer persönlichen Pitchs zu präsentieren, ist hier natürlich ein ordentliches Plus. Aber auch ein kurzes Video (virtuelle Tour) kann fantastisch eingebaut werden.

  • Der Markt

Der Taxifahrer und sein Fahrzeug können noch so gut sein, wenn er die Stadt nicht kennt, ist seine Dienstleistung Schrott.

Zeige also hier, dass du die volle Orientierung auf dem für dich relevanten Markt hast.

Wo genau gehörst du hin? Wie groß ist der Markt? Welchen Anteil daran kannst du abgreifen? Was sind die jeweiligen Bedingungen? Wer gehört zur Zielgruppe?

Bleibe unbedingt realistisch, dein Gegenüber ist extrem gut informiert, clever und kritisch. Belege mit Marktstudien oder anderen verlässlichen Quellen.

  • Das Geschäftsmodell

Achtung! Herzstück! Hier zeigst du dem Investor, wie du vorhast, sein Geld zu vermehren.

Wie wirst du Umsatz erzielen, welches Umsatzmodell ist deins und was ist dein stärkster Umsatzträger?

Hier ist auch Raum dafür, zu zeigen, dass du weißt, welche Schwierigkeiten aufkommen können und wie du damit umgehen willst.

  • Alleinstellungsmerkmal

Bei der Flut an Finanzierungsanfragen, die potentielle Geldgeber tagtäglich erreichen, ist es entscheidend, dass du dich von den anderen abhebst.

Was macht dich einzigartig und besser als die anderen? Das kann produktbezogen sein; dein Team, dein Standort, eine bestimmte Marketingstrategie, Vernetzung und mehr können genauso ausschlaggebend sein.

  • Wettbewerb

Wenn du von einer Sache ausgehen kannst, ist es folgende: Die Konkurrenz schläft nicht. Deine Idee mag noch so innovativ sein, allein ist sie nicht. Entscheidender Erfolgsfaktor ist, sich ein detailliertes Bild vom Wettbewerb in eurem Gebiet zu machen. Ähnliche Produkte sind höchstwahrscheinlich vorhanden oder gerade in der Mache. Wer könnte euch das Wasser abgraben und wie begegnet ihr dem?

Mach anschaulich, wo du dich positionierst. Das lässt sich gut mit einer 2×2 Matrix umsetzen, die die wichtigsten Positionierungsfaktoren als Skalen nutzt und übersichtlich anzeigt, wo man deine Konkurrenten und dich selbst einzuordnen hat.

  • Vertriebs- und Marketing-Strategie

Der Need ist da, das perfekte innovative Produkt vorhanden. Jetzt können die Kunden kommen und dir die Türen einrennen.

Nope.

Die Realität sieht anders aus. Keiner kennt dein Unternehmen, dass es dieses neue Produkt gibt, weiß auch keiner. Irgendwie muss man erstmal auf den Markt, Bekanntheit erlangen, Vertriebswege erschließen.

Also muss auf dieser Folie klar rüberkommen, welche Kanäle du nutzen wirst, um dein Produkt zu kommunizieren und evtl. zu erklären – gerade bei echten Innovationen ein oft unterschätzter Punkt.

Das kostet Zeit und Geld. Zeige, dass das gut durchdacht und geplant ist. Was musst du reinstecken, wann kommt der Output und wie hoch wird er ausfallen?

  • Vision

Wenn du bis hierher überzeugend zeigen konntest, dass der Start in dein Business gut durchdacht ist und das Produkt, mit dem du starten möchtest, gut ankommt, ist ja schonmal viel gewonnen.

Aber zu einem Unternehmen, dass sich langfristig auf dem Markt behaupten kann, gehört schon noch etwas mehr.

Deshalb ist hier der Platz für Denken im großen Maßstab. Wie soll es mit dem Unternehmen weitergehen? Was hast du in der Longtime-Pipeline?

Sei optimistisch, aber nicht unrealistisch!

  • Team

In den allerseltensten Fällen wirst du dein Vorhaben ganz allein stemmen. Es gibt diese Ein-Mann/Frau-Dinger, aber ob die wirklich erfolgsversprechend daherkommen, sei mal dahin gestellt.

Synergieeffekte sind das, was der potentielle Geldgeber sehen will. Ein starkes Team, das sich in seinen Fähigkeiten ergänzt, ist das Fundament, auf dem dein Unternehmen steht. Denn da werden Hindernisse auf dich zukommen, die es zu überwinden gilt. Dafür braucht es eine Mannschaft, die ein gemeinsames Ziel vor Augen hat und bei dem die Chemie stimmt.

Stell also deine Mannschaft vor. Wer macht was und vor allem warum? Was bringt jeder einzelne ein?

  • Finanzbedarf und -einsatz

Du willst Geld haben, das ist beiden Seiten klar. Also musst du darstellen, was du brauchst und wozu. Stehe selbstbewusst zu deinem Anliegen.

Hier solltest du auch nochmal zeigen, was bisher an finanzieller Front geschehen ist. Hast du bereits Kunden und erste Umsätze? Damit kannst du aufzeigen, dass dein Konzept aufgeht.

Schlüssele den Bedarf nach Posten und in zeitlicher Planung auf, sodass klar wird, dass du nicht einfach eine Summe x wünschst, von der du noch nicht so genau weißt, wie du sie einsetzen wirst.

Mache eine Meilenstein-Planung für die nächsten sechs bis zwölf Monate. Das schafft einen guten Überblick.

  • Elevator

Und am Schluss ab in den Aufzug! Die letzte Folie ist eigentlich ein eigener Pitch, einer den ihr bei einer zufälligen Begegnung zum Beispiel im Aufzug in den 30-60 Sekunden Fahrt halten könnt.

In aller Kürze muss also überzeugend und aussagekräftig das Unternehmen, du selbst, deine Geschäftsidee und das dadurch gelöste Problem rüberkommen. Zeige darin am Besten auch, warum du gerade diesen Investor aufsuchst, was kann er dir neben finanziellen Mitteln geben?

Es gibt natürlich viele Wege, die nach Rom führen. Deshalb ist das nur ein Aufbau von vielen möglichen. Allerdings einer, den wir besonders sinnvoll finden.

Was sagst du dazu?