Businessplan erstellen

– Teil 1 Zusammenfassung bis Marketing –

So, du kommst also nicht drum herum. Auf der Jagd nach Fremdkapital hast du deine Möglichkeiten ausgelotet und erfahren: Sie wollen einen Businessplan von dir!

(Dass das nicht bei allen Kapitalgebern so ist, haben wir hier beschrieben.)

Viele (nicht alle!) Business-Angels und VC-Gesellschaften, vor allem aber die Hausbanken, die KfW und die Agentur für Arbeit bestehen noch immer auf dem umfangreichen Schriftstück, dem Businessplan. Und wenn du diesen erstellst, dann sollte er natürlich den Anforderungen genügen. (Worauf du grundsätzlich achten solltest, damit es nicht nur den Anforderungen genügt, sondern auch gut wird, kannst du hier nachlesen.)

In diesem Artikel geben wir dir die Rahmenbedingungen an die Hand. Es geht um den Aufbau und den Inhalt des 25-30 Seiten umfassenden Businessplans.

Wie bei jedem offiziellen Schriftstück, sind auch hier einige Formalien zu beachten. Es bietet sich an, eine geeignete Vorlage für den Businessplan zu verwenden. Auf dem Existenzgründungsportal des BMWi findet sich dazu sehr gutes Material:

http://www.existenzgruender.de/DE/Planer-Hilfen/BMWi-Businessplan-plus-App/inhalt.html

Prinzipiell sieht der Aufbau des Businessplans folgendermaßen aus:

  1. Zusammenfassung
  2. Gründerperson/en
  3. Geschäftsidee: Produkt/ Dienstleistung
  4. Markt und Wettbewerb
  5. Marketing
  6. Organisation/ Mitarbeiter
  7. Rechtsform
  8. Chancen/ Risiken
  9. Finanzplanung/ Finanzierung
  10. Unterlagen

So weit so gut; jetzt aber mal Step by Step…

1. Zusammenfassung

Zurecht heißt der Punkt Zusammenfassung und keinesfalls Einleitung. Denn hier bringst du die wichtigsten Informationen des gesamten Businessplans vorab in mundgerechten Häppchen. Es geht darum, deine wichtigsten Erfolgsfaktoren direkt zu Anfang klar zu machen. Hat der Kapitalgeber hier nicht das Gefühl, dass sich deine Geschäftsidee lohnen könnte, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht weiterlesen. Also bring hier sofort die entscheidenden Informationen zum Gründerteam, deiner Geschäftsidee und ihrem Alleinstellungsmerkmal, dem jeweiligen Markt, deiner Marketing- und Vertriebsstrategie, der gewählten Rechtsform und der Finanzierung.  

In maximal anderthalb Seiten bringst du also die im Businessplan detailliert ausformulierten Informationen auf einen Punkt. Es ist deshalb logisch und sinnvoll, die Zusammenfassung erst ganz zum Schluss zu schreiben.

2.  Gründerperson/en

Hier soll ein rundes Bild von der/n Gründerperson/en vermittelt werden. Was dich für die Umsetzung deiner Geschäftsidee befähigt (fachlich wie persönlich) spielt eine ebenso große Rolle wie deine Beweggründe gerade dieses Gründungsvorhaben zu starten. Neben einer Auflistung deiner Qualifikationen soll also auch Motivation, Selbstvertrauen und der Wille zum Erfolg rüber kommen. Du willst rüberbringen, dass du dich durchsetzen kannst und die unter Umständen harten Zeiten der Gründungsphase durchhalten kannst.

Selbstkritik ist hier auch mehr als gern gesehen. Welche Qualifikationslücken hast du noch und wie wirst du sie schließen? (Seminare, Schulungen, Gründungspartner)

3. Geschäftsidee: Produkt/ Dienstleistung

Jetzt darfst du das tun, was dir ohnehin unter den Nägeln brennt. Hier geht es darum, was du überhaupt vorhast.

Bei aller Verliebtheit in deine hervorragende Idee, ist es gut, wenn du vor allen Dingen deine Kunden im Blick hast. Welches Problem löst du mit deiner Geschäftsidee? Welches Bedürfnis befriedigt es und warum tut dein Produkt das besser als das des Konkurrenten? Es braucht ein Alleinstellungsmerkmal, einen Benefit.

Vergiss nicht, dass dein Leser keine Lust hat, technische Begriffe nachzuschlagen oder noch schnell eine Schulung zu machen, um dein Produkt zu verstehen. Ganz im Gegenteil, liest er hier auch heraus, ob du deinen Kunden das Produkt unkompliziert und überzeugend erklären kannst. Denn davon wird abhängen, ob sie es kaufen. Drücke dich also für den Laien verständlich aus und lass einen fachfremden kontrollieren, ob er das Geschriebene versteht.

Technische Spezifikationen haben zur Not im Anhang Platz. Hier gehören auch die entsprechenden Gutachten, Aufnahmen von Prototypen, Markttests und Patente (ohhhhh, wir mögen Patente!!!) hin.

Geh über das Aktuelle hinaus! Was sind die langfristigen Pläne? Wird das Produkt weiterentwickelt oder ergänzt?

4. Markt und Wettbewerb

Der Taxifahrer und sein Fahrzeug können noch so gut sein, wenn er die Stadt nicht kennt, ist seine Dienstleistung Schrott.

Die Orientierung innerhalb deiner Branche und am Markt ist also von großer Bedeutung. Hier beschreibst du, in welche Branche du einsteigst und wie es um sie steht und wie sie sich entwickeln wird. Welcher Wettbewerb herrscht hier bereits? Solide Informationen lassen sich hierzu bei verschiedenen Stellen einholen. Banken und Sparkassen können Branchenuntersuchungen zur Verfügung stellen, ansässige Kammern und das Handelsregister sind die Anlaufstelle für Informationen über den Wettbewerb bzw. die Konkurrenten.

Die Hauptkonkurrenten gilt es konkret mit ihren Angeboten und Preisen aufzulisten.

Hier gehört auch eine detaillierte Erörterung ihres Kunden hin. Wer ist das? Wie ist es um seine Kaufkraft bestellt? Was sind seine Bedürfnisse und Wünsche?

Vergiss nicht, deine Standortwahl zu begründen und diesbezüglich Vor- und Nachteile zu diskutieren. Welche spezifischen Kosten fallen an? (Gewerbesteuer, Ver- und Entsorgungsgebühren) Welche Auflagen gibt es von Behördenseite? Wie sieht es mit der Infrastruktur (Zulieferwege, Netzabdeckung usw.)  aus?

5. Marketing

Viele Neugründungen scheitern am Marketing und Vertrieb. Ganz verliebt in die eigene bahnbrechende Idee darf nicht vergessen werden, dass diese auch an den Kunden gebracht werden will und das allzu oft kein Selbstläufer ist. Das wissen auch potentielle Investoren. Deshalb ist dieser Unterpunkt auch extrem wichtig.

Marketing und Vertrieb ist nicht gleich Werbung. Hier gehört eine Menge mehr dazu.

Es gilt folgende strategische Faktoren konkret auszuarbeiten:

  • Kundennutzen
  • Preisstrategie
  • Vertriebswege
  • Werbemaßnahmen

Bekanntheit zu erlangen, das Produkt/ die Dienstleistung an den Kunden und in den Markt zu bringen, sind entscheidende Faktoren, die kostenintensiv sind. Man muss Geld ausgeben, um welches zu verdienen.

Deshalb plane hier strukturiert, detailliert und umfangreich. Zeige, dass dir bewusst ist, was da auf dich zukommt.

Hierzu gehört auch, was es braucht, um dein Produkt (weiter-) zu entwickeln. Braucht es Prototypen, Testverfahren, Qualitätssiegel (bspw. TÜV) und etwaige Patente? Dann sind hier Zeiträume zu berücksichtigen. Wann starten Werbekampagnen? Ab wann kann mit Einnahmen gerechnet werden. Welches Produkt eignet sich dazu, die Kosten für andere Entwicklungen zu tragen, weil es frühzeitig Einnahmen generiert?

Rechne damit, dass es zu Verzögerungen kommen kann, insbesondere wenn dein Produkt von offiziellen Stellen abgesegnet werden muss!

Eine zu knappe zeitliche Planung der Maßnahmen zur Vermarktung kann hier schnell nach hinten losgehen.

Erläutere und begründe deine Preisstrategie. Orientieren solltest du dich dabei an den Kosten und den Preisen deiner Wettbewerber. (Mehr zum Thema Preisstrategie findest du hier!)

Die Vertriebsstrategie ist entscheidend für den Erfolg deines Unternehmens. Wie du deine Geschäftsidee an den Mann bringst, musst du vorher wissen und darfst das nicht einfach auf dich zukommen lassen.

Willst du selbst im Direktvertrieb an deine Kunden verkaufen oder gehst du über indirekten Vertrieb, sodass bspw. ein Händler dein Produkt an den Endkunden verkauft? Hier entstehen natürlich zusätzliche Kosten wie die Händlermarge. Evtl. müssen Wünsche zu Verpackung und Menge berücksichtigt werden. Dafür könnte es sein, dass der Händler selbst die Produkte dem Endkunden gegenüber bewirbt.

Aus der Vertriebsstrategie ergeben sich auch die Planungen für Werbemaßnahmen. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob das Produkt dem Händler oder dem Endkunden angepriesen werden soll. In jedem Fall muss hier Geld eingeplant werden, denn eine Neugründung bedeutet vor allem, dass man noch nicht bekannt ist. Die Maßnahmen und das Budget muss durchdacht sein. Plane konkrete Aktionen, Mailings, Anzeigen und lege deinem Businessplan ideeller Weise Entwürfe bei.

Weiter geht es in Teil 2 mit den Bereichen 6 – 10 , also Organisation bis hin zu den benötigten Unterlagen.