Businessplan

– Das Wichtigste kurz und knapp –

Obwohl umstritten, gehört das Erstellen eines Businessplans noch immer zu den unliebsamen Tätigkeiten, um die kaum ein Gründer herumkommt, sofern er Fremdkapital benötigt. Dass es auch – wenngleich bislang nur bei manchen potentiellen Investoren – Alternativen gibt und welche das sind, haben wir hier beschrieben.

Wenn du aber einen Kredit bei deiner Hausbank, eine KfW-Förderung oder bspw. den Gründerzuschuss von der Agentur für Arbeit erhalten möchtest, musst du einen aussagekräftigen und vollumfänglichen Businessplan vorlegen. Auch unter Business-Angels und VC-Gesellschaften gibt es noch alte Hasen, die sich noch nicht mit Alternativen wie einem Pitch-Deck oder dem Business Modell Canvas plus Finanzplan begnügen. (Vorteile und Umsetzung des Pitch-Decks findest du hier; das Canvas erläutern wir hier.)

Dann heißt es auch an dieser Stelle Businessplan – aber richtig! Denn dein Schriftstück ist eines von unzähligen, die die Entscheider tagtäglich erreichen. (Den Aufbau und Inhalt des Businessplan haben wir hier für dich zusammengestellt.)

Wir geben dir im Folgenden an die Hand, was beim Erstellen grundsätzlich zu beachten ist, damit dein Businessplan ankommt.

1. Drücke dich verständlich aus und komm auf den Punkt.

Fachbegriffe, die nur Experten verstehen, sind genauso fehl am Platz wie Geschwafel. Der Leser hat weder Zeit noch Lust, Fachausdrücke nachzuschlagen oder sich durch schmückende Worte zum Kern der Sache durchzuarbeiten. Lass fachfremde Personen drüberlesen, bei denen du sicher mit einem ehrlichen Feedback rechnen kannst, und prüfe, ob sie verstanden haben, worum es geht.

  • Hier ein Beispiel:

Das EBA ist zuständig für die Legitimation und Inspektion der Notified Bodies in Deutschland, die die Konformität von Eisenbahnprodukten mit dem EU-Regelwerk bewerten.

verständlicher:

Das Eisenbahn-Bundesamt ist zuständig für die Anerkennung und Überwachung der benannten Stellen (Notified Bodies) in Deutschland, die die Übereinstimmung von Eisenbahnprodukten mit dem europäischen Regelwerk bewerten.

Unterbewusst wird ein Leser, dem die Lektüre leicht von der Hand geht, deinem Geschäftsvorhaben eher zugeneigt sein. Lassen sich technische Erläuterungen nicht vermeiden, weil dein Produkt erklärungsbedürftig ist, hast du hierfür im Anhang den geeigneten Raum. Ein Glossar ist zwingend notwendig, wenn Fachtermini für dich unumgänglich sind.

2. Geh schon in der Einleitung in die Vollen!

In Anbetracht der Vielzahl an Businessplänen, die Entscheider sichten müssen, strukturieren diese ihre Lektüre. Das bedeutet, die Einleitung (Executive Summary) muss überzeugen, denn diese entscheidet darüber, ob weitergelesen wird. Hier muss kurz und knackig Sachverstand, Motivation, Leidenschaft und die Geschäftsidee rüberkommen. Vermeide vage Aussagen und lege schon hier mit Fakten vor.

Welches Problem löst dein Produkt/ deine Dienstleistung? Wer ist dein Kunde? Was unterscheidet dich von der Konkurrenz und wer ist das? Wer sind die Gründer? Welche Rechtsform wird gewählt? Wecke Interesse und gib die entscheidenden Informationen in Kürze vorab.

3. Zahlen, Zahlen, Zahlen

Nach einer aussagekräftigen Einleitung ist das Zahlenwerk das A und O. Lass auf jeden Fall eine geeignete Person drüber schauen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass alles korrekt ist. Hier darf sich kein Fehler einschleichen. Prognosen über Umsatzzahlen, eine solide Kostenaufstellung, Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung müssen rechnerisch einwandfrei sein.

Achtung, hier werden häufig Fehler gemacht:

  • Personalkosten müssen selbstverständlich die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherungsbeiträge ausweisen.
  • Während die Mehrwertsteuer in der Liquiditätsplanung ein durchlaufender Posten ist, ist sie das in der Rentabilitätsplanung nicht.
  • Private Kosten und Einnahmen müssen separat ausgewiesen werden und haben in den betrieblichen Kosten und Einnahmen nichts zu suchen.

4. Auf alles vorbereitet und selbstkritisch sein

Ein erfolgreicher Gründer übernimmt für seine Entscheidungen von Anfang an Verantwortung. Das will auch der Kapitalgeber sehen. Deshalb entwerfe im Businessplan den Best- UND den Worst-Case. Zeige, dass du auf Hürden vorbereitet bist.

Was passiert, wenn der Kunde nicht rechtzeitig oder gar überhaupt nicht zahlt? Was, wenn der Preis für die Rohstoffe steigt?

Wenn du nicht allein gründest, was macht ihr, falls die Partnerschaft nicht mehr funktioniert und einer raus will?

Überlege dir, wo Knackpunkte in deinem Geschäftsmodell und deiner Idee stecken und wie du diese angehen kannst. Formuliere dieses aus. Selbstbewusstsein bedeutet sich, seiner selbst bewusst sein; seiner Stärken UND Schwächen. Nur so zeigst du, dass du dem Ganzen gewachsen bist.

5. Synergieeffekte schaffen und herausstellen

Ein Team muss sich ergänzen. Das bezieht sich zum einen auf das Gründerteam, zum anderen aber auch auf die Gesamtheit der Mitarbeiter. Zeige im Businessplan genau auf, wer zum Team gehört und was die besonderen Stärken der einzelnen Personen sind.

Wodurch wird dein Team zu einer effizienten Einheit? Sind alle wichtigen Bereiche abgedeckt? Wie bereichern die Mitglieder sich gegenseitig? Zeige auch hier eine kritische Denkweise, indem du auch selbst ansprichst, wie du in den nächsten Jahren zu wachsen gedenkst und welche Stellen noch auszufüllen sind.

6. Das Gründer-Gen

Insbesondere du (und das etwaige Gründerteam) musst überzeugen. Stelle deine fachlichen Qualifikationen (Schulungen, Zeugnisse, Seminare) dar. Nicht minder muss aber außer Frage stehen, dass du die entscheidende Motivation, Durchsetzungskraft und Ausdauer mitbringst. Der Kapitalgeber wird nur dann in dich investieren, wenn er glaubt, dass du deine Kunden überzeugen kannst. Gerade die Gründungsphase ist kein Zuckerschlecken, man will sehen, dass du stark genug bist, das durchzuhalten. 

Zeige also übersichtlich deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen auf und sei auch hier wieder selbstkritisch. Wenn es Qualifikationslücken gibt, benenne sie und beschreibe, wie du sie zu schließen gedenkst.

7. Sei kreativ

Wie eingangs erwähnt, musst du dich irgendwie von der breiten Masse abheben. Das Wichtigste ist natürlich Persönlichkeit; die kannst du auch über Kreativität zum Ausdruck bringen. Ein Canvas kann sich gut eignen, um die Geschäftsidee und die Teamkompetenzen locker und ansprechend darzustellen. Deiner Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt – nur bitte nicht in den Finanzen!!! 😉

Mache den Businessplan zu deiner Visitenkarte. Fotos können da auch nicht schaden. Lass die Sache persönlich werden!